Love me when I’m gone
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Nein, damit meine ich keine Kekse. Ich meine damit die mir absolut unverstaendliche Geisteshaltung meines Computers, sich aufgrund eines Cookies nicht mehr bei Myblog einloggen zu wollen. Das hat zur Folge, dass ich fuer jeden Blogeintrag eine Dreiviertelstunde in der Bibliothek Schlange stehen muss, und mich um einen Platz vor einem der dussligen Windows-Computer mit den hirnrissigen Tasturen pruegeln muss. Aber wie ihr seht, bin ich dieses Mal erfolgreich gewesen, auch wenn ich dafuer einige mindere Blessuren davongetragen habe. Ich fange allmaehlich an mich zu klimatisieren. Mein Rachefeldzug gegen die Busfahrer laeuft - ich habe angefangen, jeden einzelnen Betrag in 10-Cent-Stuecken zu bezahlen, und wenn sie mich entsetzt fragen, ob das denn abgezaehlt sei, antworte ich mit einem hilflosen, aber hoffnungsfrohen Schulterzucken und einem "I think so...". Bis jetzt hat noch keiner angefangen zu schluchzen, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ich sitze ziemlich viel am Schreibtisch, mit dem Erfolg, dass ich hausaufgabentechnisch echt mal auf Vordermann bin (und ich hoffe, irgendeiner von der Bremer Uni liest das hier und findet seine Annahme, ich sei ein Streber, endlich mal bestaetigt). Heute abend zum Beispiel werde ich mein erstes Essay fuer Children's Literature schreiben - ueber zwei Buecher, von denen die Welt nix weiss und von denen sie auch nie irgendwas wissen wird. Allein schon, weil sie es nicht wollen wuerde. Das eine ist der traurige, aber tapfere Versuch eines Autors, eine Gedichtsammlung mit Story aus der Sicht von einem Haufen Teenagern zu fabrizieren, das Ergebnis ist, milde ausgedrueckt, charmant. Das andere ist ein entsetzlich trauriges Buch ueber einen kleinen australischen Jungen, der nach England reist, um die Queen zu bitten, sie moege bitte den besten Arzt der Welt dazu veranlassen, seinen kleinen Bruder von Krebs zu heilen. (Der Luedde stirbt natuerlich trotzdem, aber erst nach der aeltere eine Reihe von spannenden Eskapaden mit einem Haufen britischer Schwuchteln hinter sich hat. Moralischer Zaunpfahl und so.) Jedenfalls soll ich aus diesen beiden irgendwie ein Essay ueber "Images of Australian Childhood" stricken, das neben den formalen auch den inhaltlichen Anforderungen des Fachbereichs genuegt - weder ueber das eine noch ueber das andere hat man es fuer noetig befunden, mich in Kenntnis zu setzen. Do it yourself. Das ist ueberhaupt diese ganze Moral der Australier. Jeder Depp fragt dich staendig, "How are you?", und die einzige zulaessige Antwort ist "Good". In der Orientation war das das erste, was sie uns beigebracht haben. Ich zitiere: "We don't really wanna know. We don't care. We're just polite." Und diese Lebenseinstellung erstreckt sich auf alles. Ich bin nur dankbar, dass ich bisher nicht zum Arzt musste, das waere sicher spannend... "Herr Doktor, hier tuts weh." - "Schoen, schoen. Interessiert mich nicht." Und es erstreckt sich auch auf die Uni. Die Leute scheren sich einen Scheiss um deine Arbeit, und wenn du im Unterricht einen Herzinfarkt bekommst, komplett mit lila Kopf und Ohnmacht, dann wuerden sie das wahrscheinlich erst bemerken, wenn sie nach ordnungsgemaessem Abschluss der Lecture ueber deine Gliedmassen stolpern. Und vermutlich nicht mal dann. Es koennte ja auch sein, dass du, ganz nach dem australischen Verstaendnis von Freiheit, einfach beschlossen hast, eine lila Grundierung auszuprobieren, und nach der Vorlesung ein Nickerchen im Klassenzimmer zu machen. Ich mache mir das jedenfalls zu eigen, indem ich mich einfach auch um niemanden schere. Das ist zuweilen eine sehr angenehme Geisteshaltung, weil man sich nicht mehr drum kuemmern muss, ob der Typ, der jetzt gerade hinter mir steht, boese Mordplaene mit mir in der Hauptrolle schmiedet, weil ich ihm den Computer weggeschnappt habe. Und ich muss mich nicht mehr darum kuemmern, wer alles den gruenen Grasfleck auf meinem Po sieht (der von einer ausgedehnten Mittagspause auf dem Rasen vor der Bibliothek stammt). Ich kann einfach spontan mal die Mascara vergessen, und wenn ich in der Vorlesung die Fuesse auf den Tisch lege, gelte ich allerhoechstens als unwissenden Auslaenderin, aber da ich das ja bin, brauchts mich nicht zu stoeren. Sooo... Ich sehe zu, dass ich naechste Woche nochmal einen PC erobere (drueckt mir die Daumen, dass ich auch das wieder ueberstehe, ohne dass der Typ hinter mir meinen Schaedel mit einer Axt spaltet), um ein bisschen mehr aus meinem australischen Alltag zu erzaehlen. Ach ja, und wenn jemand ein gutes Rezept gegen Alltagsfrust, Heimwehattacken und Einsamkeit kennt, her damit. Ebenso bitte ich um subtile Methoden zur sauberen Beseitigung renitenter Busfahrer, gleichgueltiger Beamter und rotznasiger Amerikanerinnen, die mich begucken, als waere ich ein besonders ekelhaftes Ausstellungsstueck in "Koerperwelten".

15.3.07 03:37


Erfolgreich umgezogen!

Ich wohne seit neuestem in Epping, zusammen mit Vivien. Ich werde die naechsten Tage zuhause zwar theoretisch ins Internet koennen - aber anscheinend ist der Stecker von meinem Laeppi nicht fuer den Adapter geeignet. Er passt nicht rein. Also muss ich erstmal einen neuen Adapter auftreiben (wo, wissen die Goetter!), bevor ich den Laptop ueberhaupt wieder benutzen kann. Ich sitze jetzt gerade in der Bibliothek, um alles zu erledigen. Geduldet euch also mit neuen Eintraegen - ich gedenke nicht allzuoft in der Uni zu sein Die Wohnung ist tatsaechlich richtig gut, Vivien ist ausserdem praktisch nie zuhause. Gestern abend habe ich einen netten Abend damit verbracht, mir die neuesten Folgen von CSI reinzuziehen - die, die in Deutschland noch gar nicht laufen. Aetsch.  Mein Zimmer ist sehr in Ordnung, zwar klein aber gemuetlich und sehr praktisch eingerichtet. Gestern (ja, am Sonntag!) war ich zum ersten Mal in einem echten australischen Supermarkt einkaufen, nur so fuer das noetigste. War ziemlich seltsam. Die Australier haben einige Produktsparten ueberhaupt nicht, in die Deutschland gang und gaebe sind, dafuer haben sie zum Teil Zeug, das nicht mal in die Naehe eines deutschen Supermarkts kommen wuerde. Ich helfe mir derzeit mit Kelloggs und Milch. Echt seltsam, ich bin gerade eine Woche von zuhause weg (nicht mal ganz!) und ich fuehle mich, als waere ich schon Ewigkeiten hier. Vermutlich, weil so viel passiert ist in den letzten Tagen. Zwischendurch habe ich immer noch gruselige Heimwehanfaelle, aber sie haben uns an der Uni schon gesagt, das ist normal und gibt sich. Will nur hoffen, dass das stimmt! Es ist so laestig, wenn man beim Anblick einer simplen Zahnbuerste oder sogar einem Pulli in Traenen ausbricht.  Ich hab gleich meinen ersten Kurs, ich weiss gar nicht mehr genau welcher das war... Aber wird sich schon finden. Dann habe ich vielleicht heute abend mal was sinnvolleres zu tun als vor der Glotze zu haengen. Das ist echt merkwuerdg, die Werbepausen hier sind viiiiiiel haeufiger als zuhause, dafuer aber auch unglaublich kurz. Und nebenbei bemerkt koennten sich die deutschen Werbefritzen von den australischen einiges abgucken: Ich finde tatsaechlich Gefallen an den knallbunten Spots. Das verleitet mich zwar nicht, irgendwas zu kaufen, aber zugucken macht Spass. Das einzige, was mir im alltaeglichen Leben wirklich zu schaffen macht, ist der Linksverkehr... Bei der Orientation haben sie uns erklaert, "Just because you're driving on the RIGHT side of the road, it doesn't mean it's the CORRECT side." Vorlaeufig laufe ich jedenfalls noch ueber die Strasse wie ein beschwipstes Karnickel. Ich fange uebrigens an, die City zu vermissen. Fragt mich nicht warum - sie ist laut und voll und dreckig. Aber irgendwie hatte es schon was, abends einfach mal eben durch Darling Harbour zu spazieren und dafuer nicht erst ne Stunde durch die Doerfer gondeln zu muessen... Naja, ich geh jetzt meinen Kurs suchen... Ich werde einen neuen Eintrag schreiben, sobald ich kann...
26.2.07 03:19


Gruselig!

Liebe Guete. Sydney ist gross und laut und voll, und das Backpackers ist eine mittlere Katastrophe. Ich fuehle mich total verloren, was aber vermutlich auch am Jetlag liegt. Mein Koerper ist etwas unentschlossen, ob und wann er Hunger hat, schlafen moechte oder schwindlig sein will. Ausserdem ist mein Zeitgefuehl total im Arsch. Ich war gestern an der Uni - die Aehnlichkeit mit einem Seniorenheim der gehobenen Preisklasse ist nicht zu uebersehen. Ich bin ausserdem, wenn ich das ueberhaupt so bemerken darf, die einzige (und ja, ich meine, die ALLEREINZIGE) Nicht-Asiatin auf dem Campus. Fuer einen Moment dachte ich, der Fahrer haette sich verirrt und wir waeren in Chinatown gelandet. Der Verdacht hielt sich aber nicht lang, mit dem Schild "Macquarie University" war dann alles klar. Im Augenblick kaempfe ich gerade mit einem neuerlichen Anfall von Heimweh, was mir sehr peinlich ist, weil anscheinend alle anderen Sydney einfach umwerfend finden. Das finde ich auch, ich liege praktisch flach auf dem Boden und ringe nach Luft. Heute findet die Orientation statt, und sobald ich diesen Eintrag beendet habe, mache ich mich auf den entsetzlichen weiten Weg zur Bushaltestelle. Mein Erfahrung von gestern zeigt, dass die Fahrer auf Wunsch an jeder Milchkanne halten - obwohl ich eher "Thai-Nudelimbiss" sagen sollte. Ich hab gestern bereits ein Zimmer angeguckt, in der absoluten PAMPA von Marsfield (gefuehlte Entfernung entsprach dem Wort "Mars", dass von einem schmierigen Opi vermietet wurde. Das Haus war, freundlich ausgedrueckt, baufaellig. Das ist echt allerletzte Wahl. Aber allerletzte. Naja, vielleicht finde ich ja heute was - und wenn nicht, heule ich mich bei den arroganten Schlampen aus, mit denen ich unfreiwillig das Zimmer teilen muss. Sie reden nicht mit mir. Als Ausgleich sind sie aber ruecksichtslos und unfassbar laut, ausserdem unordentlich bis zur Unverschaemtheit. In unserem Zimmer kann man keinen Schritt machen, ohne in einen Slip/BH/Kotzbeutel/Waschlappen/Koffer/Schuh/(Liste kann beliebig erweitert werden) zu treten, alles vorzugsweise benutzt, versteht sich. Ich bin ja selber kein Ausbund an Ordnungshaltung, aber ein klitzekleines bisschen Ruecksicht kann man in einem solchen Zimmer doch wohl nehmen, oder? Jedenfalls laeuft meine schweineteure Internetzeit gleich ab, deswegen werd ich jetzt erst mal schliessen... Bis spaeter dann.
22.2.07 22:00


Erstaunlich gut geschlafen

Zwar ziemlichen Unfug geträumt, aber was solls. Sitze in meinem Reiseoutfit auf dem Bett (welches allerdings mangels textiler Gestaltung nicht mehr als solches zu erkennen ist, wll sagen, ich hab sämtliche Bettwäsche rausgekickt) und schreibe mit fliegenden Händen diesen Eintrag. In drei Stunden steige ich ins Auto und lasse mich zu Flughafen karren. Ich bin nervös. SEHR nervös. So nervös, dass ich schon fünfundzwanzig Minuten wach bin und trotzdem noch keinen Kaffeebecher in der Hand halte (aus Angst, ich könnte nach dem Köffeinschub die Kontrolle übers Zittern verlieren). Wenn ich man bloß alles wichtige eingepackt habe! Wenn man bloß mein Koffer nicht geklaut/aufgebrochen/mit Drogen befüllt/verschlampt wird! Ich sehe mich schon für die nächsten Tage zur wachsenden Geruchsbelästigung der Footprints Backpackers werden, weil mein gesamte Duschzeug im Koffer ist, der sich jedoch in Kamtschatka/Lima/Reykjavik/Mogadischu/etc. befindet. Vielleicht sollte ich eine Zigarette rauchen, das kann helfen. Genau. Und dabei zumindet das Titelblatt der Tageszeitung lesen. So. Fertig. Habe mir außerdem eine Tasse heiße Schokolade gemacht - soll ja beruhigend wirken. Irgendwie wirkt das Ganze noch so total unwirklich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich morgen abend (also, hiesiger Zeit - sechs Uhr morgen nach australischer Zeit, wäh) auf dem Flughafen von Sydney stehe und vier Monate in dieser Stadt verbringen soll. Naja, ich nehms als Herausforderung. Eine Wahl hab ich ja sowieso nicht.
20.2.07 12:07


Noch 22 Stunden...

...dann sitze ich im Flieger. Mich hat schon den ganzen Tag eine leichte bis mittelschwere Panik ergriffen (will sagen, von meinen Fingernägeln ist nur noch das Bodenblech vorhanden). Ich habe bereits das allermeiste gepackt und bete, dass mir die Lufthansa/Qantas die zwei Kilo Übergepäck verzeiht... Wenn sie das nicht tut, heißt das, Houston, wir haben einen Popel. Und zwar einen von den großen grünen: 35 Mäuse pro Kilo Übergepäck sind nicht eben wenig. Allerdings handelt es sich ja um einen Linienflug, und sollte ich einen Schutzengel haben (oder vielleicht sollte ich sagen, sollte mein Sitznachbar einen Schutzengel haben), ist er nicht voll ausgebucht und ich kann mich gelegentlich ausbreiten. (Das wäre auch deswegen positiv, weil ich die sieben Kilo, die mir die behämmerten Lufthansa-Heinis fürs Handgepäck zugestehen, voll auszureizen gedenke!) Wenn es nur endlich losgehen würde - dann würde vielleicht endlich mal diese scheußliche Anspannung von mir abfallen. Sobald ich da bin, kann ich auch aktiv werden und mich ernsthaft nach einer Wohnung umsehen. Bislang habe ich unter Flatmates zwar schon eifrig recherchiert, aber die WG, in die ich gern ziehen würde, kann ich mir ja auch erst vor Ort angucken. Hoffentlich geht alles gut mit dem Flug, und dem Visum, und den ganzen Kleinigkeiten, die sich so ansammeln. Und hoffentlich klappt die Abholung vom Flughafen! Die paar australischen Dollar, die ich habe, möchte ich ungern in ein Taxi zum Footprint Backpackers investieren! Meine Familie macht schon den lieben langen Tag einen riesigen Wirbel um mich - vielleicht mit Ausnahme von Daddy, weil der auf der Arbeit ist. Ich hasse das. Das vergrößert meine Panik nur noch viel mehr - und die kommt in erster Linie wohl daher, dass ich so ein verfluchtes Familienkind bin. Im Kopf ist mir alles total klar, ich bin vernünftig vorbereitet und kann jetzt nur noch beten, dass alles gut geht. Leider bin ich ne ziemliche Niete im Beten, und wenn ich jetzt mit "Lieber Gott" daherkomme, lacht vermutlich nicht nur jeder ,der mich kennt, sondern auch der liebe Gott höchstpersönlich.
19.2.07 20:30


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